Faaabii über die Jupiter Linsen
15 12Russland und Weltraum? Die meisten denken da wohl sofort an Juri Gagarin. Ich würde das heute wohl auch noch tun, hätte Lomography da nicht vor einiger Zeit etwas sehr Tolles ausgeheckt.

Die Rede ist natürlich vom New Jupiter 3+, der neuesten und bisher lichtstärksten Optik aus dem Lomo Art Lens Sortiment. Bei der Enthüllung des Mystery Produkts war ich erstmal vom tollen Bokeh der Fotos fasziniert. Außerdem stimmten für mich die Eckdaten. L39 bzw. M-Mount, 50mm Brennweite und wie bereits erwähnt mit f1.5 schön lichtstark. Genau so ein Objektiv stand schon länger auf meiner Wunschliste.
Recht schnell fand ich dann heraus, dass wohl auch noch ein Haufen alter russischer Jupiters in verschiedensten Ausführungen auf diversen Online-Marktplätzen herumschwirrten. Dazu später noch mehr… Warum ich mich dann doch erst einmal für die Anschaffung der New Jupiter 3+ Art Lens entschieden habe? Das hat mehrere Gründe.
Das neue Jupiter 3+ verfügt über eine kürzere Naheinstellgrenze. Während man bei alten Jupiters mindestens einen Meter Abstand halten muss, kann man sich dem Motiv mit dem neuen Jupiter auf 70 Zentimeter nähern. 30 Zentimeter klingt wenig, aber ist viel. Glaubt mir!
Außerdem ist die neue Optik mehrfach beschichtet und aus chrombeschichteten Messing gefertigt, während die alten Linsen nur im Alumantel daherkommen.
Der zugegeben wichtigste Grund war aber… es ist neu. Kein Zittern und Bangen beim Auspacken. Sind die Linsen klar? Fungusfrei? Sind die Blendenlamellen in Ordnung? Fokussiert der Messsucher mit meiner Kamera korrekt? All das kann ich hier von vorne herein mit einem simplen „Ja“ beantworten.
Die Verpackung ähnelt den bisherigen ArtLens-Verpackungen, ist gut durchdacht und schön designed. Habe ich es schon mal erwähnt, dass es Spass macht, die Objektive von Lomo auszupacken? Wenn nicht, es macht Spass! Das Jupiter 3+ ist kleiner und schwerer als ich dachte, glänzt sexy und verfügt über einen ähnlichen stylischen Objektiv-Deckel wie das Petzval. Der m-Mount Adapter liegt lose bei und wird ganz einfach auf das L39-Gewinde aufgeschraubt. Schon ist das Jupiter einsatzbereit und neugierig wie ich bin, landete es bei mir zuerst (mit einem Adapter) auf meiner digitalen Sony Alpha 7.
Von Anfang an war ich begeistert von der großartigen Schärfe und dem tollen Bokeh. Ich hatte Glück mit dem Wetter und konnte meinen ersten Jupiter-Walk bei Sonnenschein begehen.
Angefixt von den tollen Ergebnissen wollte ich nun natürlich wissen, wie sich das Jupiter 3+ in der analogen Fotografie schlägt. Ausgerüstet mit der Voigtländer Bessa R2M, einem Agfa Vista 400 und einem Agfa Precisa 100 CT ging es wieder auf Motivjagd durch Stuttgart. Die Tour hat viel Spass gemacht, das Fokussieren und die Blendeneinstellung ist von Anfang an vertraut. Ab und zu ist es mir passiert, dass ich Blenden- und Fokusring vertauscht habe, aber das merkt man dann ja recht schnell. ;) Zuhause habe ich die Bilder entwickelt und auch hier war ich vor allem von der Schärfe der Aufnahmen fasziniert.
So angetan von meiner neuesten Errungenschaft hatte ich an einem der vielen verregneten Januartage noch einen schwachen Moment. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade herausgefunden, dass neben diversen 35mm und 50mm Brennweiten auch eine 85mm Brennweite mit f2.0 existiert – das Jupiter 9. Als Fan vom leichten Tele durfte so eine Optik (noch dazu mit m-Mount) nicht in meiner Sammlung fehlen. Nachgeguckt, gefunden, gekauft… halt… was hatte ich da gerade getan? Anfangs hatte ich ein schlechtes Gewissen, da der letzte Objektiv Kauf ja noch gar nicht so lange her war. Allerdings stellte sich dieser Spontankauf als Glücksgriff heraus. Mein schwarzes Jupiter 9 ist in einem perfektem Zustand und überzeugte mich sowohl digital als auch analog sofort!
Digital
Analog
Mein Fazit? Kauft euch Jupiter-Objektive! Haha, nein… macht euch am besten persönlich ein Bild von den Optiken. Ich bereue aber weder das Jupiter 3+, noch das Jupiter 9. Beide Optiken befinden sich aktuell auf meiner Favoritenliste ganz oben… bedeutet also, dass sie zu jedem Foto-Ausflug – sei es analog oder digital – mitgeschleppt werden. In diesem Sinne vielen Dank an Lomography für die grandiose Neuauflage eines grandiosen Objektivs aus einer grandiosen Produktreihe.
geschrieben von Fabian Schreiter am 2016-02-24 in #Ausrüstung #review
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